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Vor 160 Jahren: Geschichte der Arbeiterbewegung

18. Mai 1848. Für Freiheit und Einheit

Die Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland begann in der europaweiten bürgerlichen Revolution von 1848. Die revolutionäre Welle in Deutschland war in erster Linie eine Bewegung für nationale Einheit, demokratische Freiheit, Parlament und Verfassung.

Am 18. Mai 1848 begründete die Konstituierung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland. Das Jahr ist jedoch auch mit der Arbeiterverbrüderung verbunden, die bereits durch die Einheit von sozialer, demokratischer und gewerkschaftlicher Bewegung geprägt war. Vom 23. August bis zum 3. September 1848 tagte in Berlin ein Delegiertenkongress von 32 Arbeitervereinen aus ganz Deutschland.

Mit der Gründung der "Allgemeinen deutschen Arbeiterverbrüderung" wurde eine eigenständige politische Organisation geschaffen. Durch über 230 örtliche Vereine und Bezirksorganisationen verschaffte sie sich Gehör, um soziale Reformen in einem demokratischen Staatswesen durchsetzen.

Das Jahr 1848 war voller Hoffnungen auf Freiheit und Einheit der Deutschen. Doch die von der Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung scheiterte schon am 31. Mai 1849 an der Weigerung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., die ihm angetragene Kaiserwürde anzunehmen.

Die Anfänge der Demokratie wurden mit Waffengewalt niedergeschlagen und die Arbeitervereine verboten. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, die sich in den 1860er Jahren weiterentwickelte, übernahm den Auftrag der gescheiterten Revolution, die Demokratie zu erringen und die Emanzipation der Arbeiterschaft zu erkämpfen.

Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung
Die Frühindustrialisierung und das Bevölkerungswachstum lösen in den Staaten des Deutschen Bundes Massenverelendung und tiefe Strukturveränderungen der Wirtschaft aus. Noch widerstehen die Regierungen dem Verlangen des Volkes nach nationaler Einheit und Demokratie. Oppositionelle Bestrebungen werden scharf unterdrückt.

Kurz vor und in der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 bis 1849 formieren sich erstmals zwei Strömungen der organisierten Arbeiterbewegung: der recht kleine Bund der Kommunisten unter Führung von Karl Marx und Friedrich Engels vornehmlich im Westen Preußens sowie die Arbeiterverbrüderung mit annähernd 15.000 Mitgliedern unter der Leitung von Stephan Born vornehmlich in Berlin, Sachsen und in Teilen Nord- und Süddeutschlands. Erste Gewerkschaften entstehen. Die Revolution scheitert, und die Anfänge der organisierten Arbeiterbewegung werden unterdrückt.