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Geschichte Untereisesheim

Veröffentlicht am 15.04.2008 in Allgemein

Die Geschichte von „Ysenshem inferiori“ ( "Untereisesheim" )

erstmals 767 in einer Urkunde des Klosters Lorsch als „Eisesheim“ urkundlich erwähnt, liegt im wunderschönen Neckartal, umgeben von Bäumen, Wiesen und Feldern. Die Gemarkung hat eine Größe von
ca. 365 ha und liegt etwa 148 m über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt im Gemeindewald liegt bei ca. 230 m.

Schon in frühgeschichtlicher Zeit war die Gegend von Menschen besiedelt. Jung- und spätsteinzeitliche Funde von Gefäßscherben am nördlichen Rand der Gemarkung in der Flur Neckarhalde und Spuren einer größeren Siedlung zeugen von längst vergangenen Zeiten, so auch der Fund eines eiszeitlichen Mammutzahnes in der ehemaligen Kiesgrube.

Gefäßscherben der Hallstatt- und keltische Überreste der Latenezeit wurden auf der Gemarkung an verschiedenen Stellen gefunden. Weitere Spuren ziehen sich durch die Bronze- und Eisenzeit bis zu Resten ehemaliger Römerstraßen. Nach dem Abzug der Römer wanderten aus dem Elb-Saale-Gebiet die Alamannen in den süddeutschen Raum ein.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass im Boden der Gemarkung Untereisesheim noch weitere Geheimnisse aus der geschichtsträchtigen Vergangenheit schlummern.

Das ehemalige Untereisesheimer Schloss („die kleine Burg“), einst umgeben von einem Wassergraben, wird 1403 erstmals urkundlich erwähnt.

Eine wechselvolle Geschichte begann von der Zeit des Bayerischen Erbfolgekrieges und der Einführung der Reformation bis hin zum Dreißigjährigen Krieg. Eine der entscheidenden Schlachten zwischen der katholischen Liga unter der Führung von Tilly und der protestantischen Union unter Magnus von Württemberg fand teilweise auf Untereisesheimer Gemarkung statt. Am 06.Mai 1622 findet eine blutige Schlacht zwischen den kaiserlich - katholischen Truppen und den evangelischen Unionstruppen statt. Es endet mit 5.000 Toten, darunter ist auch Herzog Magnus von Württemberg. 1655 wird Untereisesheim Besitz des Herzogtums Württemberg. 1670 will Eberhard III. von Württemberg einen Hafen in Untereisesheim bauen. 1835 kauft Untereisesheim das Fährrecht über den Neckar.

Immer wieder wurde das Grenzdorf Untereisesheim von Auswirkungen militärischer Handlungen mehr oder weniger berührt. Das Revolutionsjahr 1848, der Krieg zwischen Sardinien – Frankreich gegen Österreich machte sich im Dorf durch die Einquartierung berittener preußischer Truppen bemerkbar. Der Deutsche Krieg 1866 sowie der Deutsch-Französische Krieg 1870/1871 hatten keine gravierenden Auswirkungen auf das Dorf. 1925 wurde der Neckarsteg nach Bad Friedrichshall gebaut, der den jahrhundertlangen Kahnfährbetrieb ersetzte.

Im ersten Weltkrieg ließen aus der kleinen Gemeinde Untereisesheim mit damals etwa 560 Einwohnern von 104 Eingerückten 23 Soldaten ihr Leben. Der Zweite Weltkrieg brachte abermals Leid in die Gemeinde: 21 Gefallene, 11 Vermisste und 5 Kriegsopfer in der Heimat.

Das moderne Untereisesheim
hat sich nach dem zweiten Weltkrieg aus einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer modernen Wohngemeinde im Umfeld des industriell geprägten nördlichen Landkreises Heilbronn entwickelt.

Die heute selbständige Gemeinde Untereisesheim mit derzeit knapp 4300 Einwohnern versteht sich als attraktive und kinderfreundliche Wohngemeinde. Mit moderaten Wachstumsraten hat sich Untereisesheim bis heute eine einigermaßen gesunde Bevölkerungsstruktur erhalten können. Eine Grundschule, zwei Kindergärten und mehrere Spielplätze stehen für die Jüngsten bereit. Auch relative Nähe zur BAB ist für die Infrastruktur und den Wohnort Untereisesheim ein Standortvorteil.

Bücherei und Volkshochschule bieten den Bewohnern über das vielfältige Freizeitangebot hinaus abwechslungsreiche kulturelle und kreative Beschäftigungsmöglichkeiten. Besonders in der Freizeit fühlt man sich hier wohl. Wer sich sportlich betätigen möchte, kann dies auf den Sportanlagen, den Tennisplätzen und der neuen Sporthalle "Sportura Neckarland" tun. Angeln ist am Neckar, Reiten auf dem Reithof möglich. Die gut ausgebauten Wege laden zu erholsamen Wanderungen und Radtouren ein.

Man kann auch kleine Spaziergänge vorbei am „Schleckenbrünnle", dem Gartenhausgebiet bis hin zur Freizeithütte mit Grillplatz am Waldrand genießen. Der idyllische Mühlbachsee ermöglicht seinen Besuchern Entspannung vom Alltag. Ob Jung oder Alt, Untereisesheim bietet so manches, um die Natur zu erleben und abzuschalten.

Unsere älteren Mitbürger fühlen sich in der betreuten Seniorenwohnanlage in der Ortsmitte wohl. Beim Kelterplatz finden wir Einkaufsmöglichkeiten sowie Dienstleister des täglichen Bedarfes. Wachsende Bedeutung erlangt das Gewerbegebiet am südlichen Ortsrand mit einem Lebensmittelmarkt sowie schneller verkehrlicher Anbindung an die Autobahn.

Neubaugebiet „Schafbuckel“, Durtalbrücke, Sporthalle und der Umbau der in die Jahre gekommenen Mehrzweckhalle „Frankenhalle“ zu einer „Kulturhalle“ mit Gaststättenbetrieb waren Großprojekte der letzten Jahre. Der Ausbau der Angebote zur Betreuung von Kleinkindern wird die Aufgabe der nächsten Jahre, mittelfristig soll auch ein Umbau der Grundschule erfolgen.

„Feschtle" feiern wird in Untereisesheim groß geschrieben.
Das gesellschaftliche Leben gestalten neben der Gemeindeverwaltung über 20 Vereine und Organisationen. Herausragende Festlichkeiten sind das Straßenfest, die Kirchweih, das Erntedankfest und der Adventsmarkt. Im Frühjahr und Sommer werden vor allem der Kelterplatz und der Freizeitplatz „Hohe Marksteinhütte" für viele Vereinsfeste genutzt.

Alle 10 Jahre findet in Untereisesheim ein mehrtägiges Heimatfest statt. Durch das rege Vereinsleben hat sich eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Durtal in Frankreich gebildet. Diese Partnerschaft lebt von regen persönlichen Kontakten und Begegnungen sowohl in Untereisesheim als auch in Durtal. Dies zeigt: In Untereisesheim wird gerne gefeiert. Man hat Zeit füreinander und vergisst den Alltag.

So ist Untereisesheim eine liebenswerte und lebendige Gemeinde mit eigenem Charakter und Charme, in der man gerne wohnt, arbeitet und die Freizeit genießt.